Oliver Schmitt aka SOUNDS OF REVOLUTION
Logicuser: Wie bist Du zum Sound Design gekommen? Olli: Schon vor vielen Jahren hat es mich interessiert wie die Sounds elektronischer Musik eigentlich zu Stande kommen. Aufgrund der übersichtlichen Oberfläche habe ich mir dann meinen ersten Synthie, den Roland JD800 zugelegt. Schnell war klar dass mich das Thema Synthesizer einfach fesselt. Nach der umwerfenden Resonanz bzgl. meiner JD800 Trilogie bin ich tiefer in die Materie eingestiegen und habe nach und nach mein Studio aufgebaut. Logicuser: Wie kam es dazu neben Synthesizer Sounds nun auch Sample DVD´s zu entwickeln ? Olli: Mit dem Erfolg der Synthiepatches kam immer öfter die Nachfrage nach Sample CD´s. Da ich selbst schon viele Jahre ein wahrlich „kranker Sample Freak" bin und mir auch schon unzählige Sample CD´s gekauft habe, wurde ich immer wieder mit dem gleichen Problem konfrontiert: Oft konnte man nur einen Bruchteil der CD´s sinnvoll nutzen. Der weitaus größte Teil war entweder praxisfremd, recht unspektakulär oder - und das hat mich oft am meisten genervt - schlichtweg gerippt. Das wollte ich besser machen. Logicuser: Was meinst du mit "gerippt" genau ? Olli: Logicuser: Wie erklärst Du Dir den Erfolg Deiner Sample DVD´s ? Olli: Bei den Effektssounds habe ich z.B. darauf geachtet dass diese relativ trocken recorded wurden. Dadurch hat man bei der Produktion einfach mehr Möglichkeiten. Die EXS/Kontakt Instrumente unterscheiden sich auch von so manchen Mitbewerber. So gibt es bei Club Revolution z.B. bei den Bässen ein Instrument in dem man alle Basssounds auf der Tastatur nebeneinander findet. So kann der User sich einen schnellen Überblick verschaffen. Hinzu kommen aber auch wirklich spielbare Instrumente für jeden einzelnen tonalen Sound (Bässe, Leads etc.). Somit ist weiteres zeitaufwendiges Mapping nicht mehr nötig. Quasi ready to play. Das sich „Liebe zum Detail“ auszahlt zeigt das Feedback von Kunden & der Fachpresse. In England wurde meine erste Scheibe Club Revolution von Computer Music als "erst zunehmender Anwärter für die beste Hard Dance Sample CD" bezeichnet. Music Tech gab der Scheibe 10/10 Punkten plus dem "Music Tech Excellence Award" um nur zwei Beispiele zu nennen. Auch setzen viel namhafte Größen meine Produkte gerne ein. Logicuser: Wie gehst Du bei der Loop Programmierung vor ? Olli: Logicuser: Welche Hardware nutzt Du ? Olli: Logicuser: Welche Software nutzt Du (Plug Ins & Synthies) ? Olli: Im Laufe der Zeit haben sich einige wenige Tools herauskristallisiert. Als Effekte nutze ich gerne ´Space´ und ´Phat´ von Camel Audio. Gerade aber Alchemy bietet unglaubliche Möglichkeiten Sounds zu manipulieren. Artillery2 von Sugar Bytes kommt beim Loop Programmierung oft zum Einsatz - Consequence für die Erstellung von Sequenzen, da die Bedienung easy und intuitiv ist. Brauche ich dagegen „kranke und durchgeknallte“ Effekte ist Ohmicide am Start. Dieses Plug In ist für mich das „Killer Distortion Tool“ schlechthin. Ich stehe ohnehin auf Ohmforce Plugs, weil diese einfach nicht wie nach 1000 mal gehört klingen und mich immer wieder überraschen. Als Delay nutze ich Timeless 2 von FabFilter, sowie das PSP 608, da beide sehr vielseitig sind und äußerst komplexe Muster erzeugt werden können. Elephant2 ist mein Hauptlimiter - das Teil macht einfach „gnadenlos zu“. Leichte Anzerrungen/Färbungen erledigt der Vintage Warmer. Für alltägliche Filterarbeiten kommen Gliss EQ und Sony Oxford (Powercore) zum Einsatz. Am meisten setze ich aber die JJP und Studio Classic Collection von Waves ein. Diese Serie beinhaltet unglaublich gute EQ- und Kompressor Emulationen der Hardware Legenden. In diesem Bereich gibt es für mich nichts vergleichbares. Für experimentelle Filterarbeiten nutze ich dagegen sehr gerne Volcano 2 – die „Drag-and-Drop Modulationsmatrix“ ist hier wegweisend. Logicuser: Gibt es Verbesserungspotential ? Olli: Sicherlich immer. Ein Kritikpunkt, den ich mir bei CLUB Revolution Vol.1 gefallen lassen mußte war, dass ich neben den EXS und Kontakt Programmen keine Fremdformate wie REX oder Apple Loops mit angeboten habe. Das habe ich seitdem geändert. Logicuser: Was zeichnet SOR aus ? Olli: Bei meiner Soundprogrammierung werden Plug Ins oft völlig zweckentfremdet. Ein kleines Beispiel: Aus einer knackenden Vinyl entferne ich per Declicker die Störgeräusche nicht um die eigentliche Aufnahme zu verbessern, sondern um aus dem „Schmutz“ die Grundlage für den ein oder anderen Beat zu gewinnen. Oder bei der Programmierung 8-10 Plug Ins auf einmal in Reihe zu schalten um zum gewünschten Ergebnis zu kommen ist auch keine Seltenheit. Es macht einfach Spaß in allen erdenklichen Richtungen zu experimentieren. Das ist bei meinen Produkten sicherlich nicht zu überhören und macht SOR einfach aus. Logicuser: Wie ist Dein Studio aufgebaut ? Olli: Logicuser: Deine nächste Anschaffung ? Olli: Neben meinem derzeitigen Hauptsequenzer Logic schaue ich mir gerade Ableton Live genauer an. Dieser Sequenzer ist für mich sehr interessant, da ich stark WAV orientiert arbeite und in Echtzeit experimentieren möchte.Hier sind viele Funktionen schnell und ohne Umwege erreichbar und WAV so leicht wie MIDI zu handeln. Das dürfte meinen Workflow nach vorne bringen. Naja, und ein komplexes Modularsystem habe ich auch schon im Auge. Mal sehn was der Postbote demnächst bringt :-) Logicuser: Olli: Die nächste Sample DVD folgt in wenigen Wochen. Den Titel möchte ich zwar noch nicht nennen - aber u.a. wird mein 2-jähriger Sohn darauf sein "Sample Debut" geben - Ihr dürft gespannt sein :-) Logicuser: Wir bedanken uns für das Interview. Olli: Sehr gerne - ich habe zu danken. Kontaktdaten: SOUNDS OF REVOLUTION - sound design Oliver Schmitt Hauptstraße 25 96190 Untermerzbach - Germany Phone: +49 (0) 9533 / 1298 eMail: info@sounds-of-revolution.com http://www.sounds-of-revolution.com http://www.myspace.com/soundsofrevolutioncom |
|||